Mit den allerersten Blüten im Frühjahr (Schneeglöckchen, Krokus, Winterling…) beginnt die Sammelarbeit der Bienen, riesige Mengen kommen so noch nicht zu Stande, jedoch ist dieser erste Pollen und Nektar sehr wichtig für die Entwicklung zu einem kräftigen und gesunden Bienenvolk.
Erst wenn Schlehe, Löwenzahn, die Obstbäume und vor allem in unseren Breiten die Akazie (Robinie) blühen geht es so richtig rund und es wird mehr Honig produziert als die Bienen zur Aufzucht benötigen.
Wasser raus, Enzyme rein
Der eingetragene Nektar enthält bis zu 80% Wasser, um diesen lagerfähig zu machen wird der Nektar auf 15-18% heruntergetrocknet. Dies geschieht, indem der Nektar immer wieder von Wabe zu Wabe umgetragen und mit Enzymen der Kopfdrüsen der Bienen angereichert wird.
Auch wird durch Ventilation mit den Flügeln die Wasserverdunstung im Nektar gefördert.
Ist der Honig zur Lagerung bereit wird er mit einem Wachsdeckel verschlossen. Dies ist das Zeichen für den Imker das der Honig „reif“ ist.
Honigernte
Die bereits vollständig verdeckelten Waben werden entnommen und durch leer Waben ersetzt. Die Honigwaben werden nun entdeckelt und der Honig wird kalt (bei Raumtemeratur) ausgeschleudert (FOTOS VOM SCHLEUEDERN). Durch zwei Siebe werden die gröbsten Verunreinigungen (Wachsteile) bereits ausgefiltert.
Nach einigen Tagen Ruhepause wird der Honig dann erneut durch ein feines Sieb filtriert. Nun kann er in die Honiggläser abgefüllt werden.
Lagerung
Jeder Honig beginnt früher oder später zu kristallisieren. Dies ist abhängig von der jeweiligen Zuckerzusammensetzung des Honigs. Eigentlich stellt dies ein Qualitätskriterium dar, da dies zeigt, dass der Honig im Verarbeitungsprozess nicht durch Wärme beschädigt, wurde bzw. auch noch Pollen im Honig vorhanden ist.
Kühl und dunkel gelagert bewahrt Honig seine wertvollen Inhaltsstoffe am besten.
Honig kann aufgrund seines hohen Zuckergehalts nicht schlecht oder verdorben werden, es sei denn der Wassergehalt liegt über 21-23% da kann der Honig beginnen zu gehren. Honige die als Qualitätshonig ausgewiesen sind haben aber unter 18% Wasseranteil.
Sollte der Honig im Glas kristallisieren lässt er sich durch langsames Erhitzen im Wasserbad oder Backrohr (nicht über 40°!) wieder verflüssigen.
ACHTUNG durch zu heißes erhitzen gehen sehr rasch Enzyme und Aromastoffe verloren.
Daher sollte der Honig auch nicht verkocht werden sondern ggf. erst später in die Speisen zugegeben werden.
Tee kühlt sehr rasch aus, daher ist hier die Beschädigung des Honigs eher zu vernachlässigen.
Sortenhonig - Honigsorten
Ein erfahrener Imker, weiß welche Blütenarten/-nektar den Großteil der Honigernte ausmachen, da er das Trachtangebot (Blütenangebot) in der Nähe seiner Bienenstöcke kennt.
Um den Honig nach einer Blütenart benennen zu dürfen sind gewisse Richtwerte zu erfüllen.
Um diese bestimmen zu können, wird die Pollenkonzentration im Honig bestimmt, da jede Pflanzenart unterschiedliche Pollenformen, -Farbe und -Größe aufweist kann die Sorte, die Jahreszeit, der Standort oder auch das Herkunftsland des Honigs recht einfach bestimmt werden.
Frühtracht oder Frühlingshonig
Die erste Schleuderung findet in unserer Gegend Mitte/Ende Mai manchmal erst im Juni statt, daher stammt der gesammelte Nektar vorwiegend von Obstbäumen, Ahorn, Akazie (Robinie), Beerensträuchern, Löwenzahn, Raps etwas später dann Linde und Edelkastanie.
Sommertracht oder Sommerhonig
Die zweite Schleuderung findet dann Ende Juli – Mitte August statt.
In dieser Zeit wird der Nektar von Weißklee, div. Gartenblumen, div. Gemüsepflanzen, Sommerlinden und Sonnenblumen eingetragen.
Auch Wald– oder Tannenhonig gelten als Sommerhonige.
Was ist eigentlich Waldhonig?
Waldhonig stammt nicht von Pflanzenblüten, sondern von Honigtau. Als Honigtau bezeichnet man eine kohlehydratreiche und süße Flüssigkeit, die von Blattläusen und Baumzikaden ausgeschieden wird. Vorwiegend findet man sie auf Nadelbäumen. Die Bienen sammeln den Honigtau und verarbeiten ihn weiter zu Waldhonig.
Honig kann auch noch durch die unterschiedliche Art der Gewinnung unterscheiden werden:
Schleuderhonig
Honig wird durch Zentrifugieren aus den Waben geschleudert, dies funktioniert am besten zwischen 24-28° da hier die Viskosität ein schnelles Ablaufen fördert bzw. die Wabenstabilität weiterhin gegeben ist.
Tropfhonig
Hier lässt man die Waben einfach austropfen, funktioniert aber nur mit dünnflüssigen Honigen wie etwa Akazienhonig.
Presshonig
Der Honig wird mit Druck aus den Waben gepresst.
Wabenhonig
Der Honig bleibt in der verdeckelten Wabe und wird als Scheiben oder gesamtes Honigrähmchen verkauft.
Honigzusammensetzung & Qualität von Honig
Jeder Honig beginnt früher oder später zu kristallisieren, dies hängt von der jeweiligen Zuckerzusammensetzung des Honigs ab. Langkettigere Zucker wie zB. Di- oder Trisaccheride kristallisieren schneller als Monosaccheride. Glukose – Traubenzucker und Fructose – Frucktzucker sind zusammen ca. zu 70% im Honig enthalten. Raps oder Sonnenblumenhonig kristallisieren daher schneller als beispielsweise Akazienhonig (Robinienhonig)